Als es 1998|99 erste DSL-Pilotprojekte in Berlin gab, und mir die Telekom spätestens auf der IFA mit T-DSL anheizte, war ich begeistert vom “neuen” Breitband-Internet. Natürlich trug ich mich sofort in die Interessensdatenbank ein. Mittlerweile bin ich wieder nach Hause aufs Land gezogen und die Telekom scheint wohl auch nach 12 Jahren der Meinung zu sein, DSL 384 sei völlig ausreichend für “Landeier”
. In Wirklichkeit zeigt sich daran meiner Meinung nur die Unfähigkeit eines vom Staat subventionierten Ex-Monopolisten, alle Bundesbürger mit Breitband zu versorgen! Und darum gibt’s das neue Giganetz natürlich als Erstes da, wo es ohnehin schon schnelles (V)DSL gibt. Schnell, meint bei mir Geschwindigkeiten ab so 6 MBit/s.
Meine Hoffnung auf die Innovation DSL RAM scheint absehbar auch nicht verfügbar. So wandte ich mich verzweifelt “Breitband”-Funk zu. Das Problem: Da, wo es nur “kleines” oder kein DSL gibt, ist die Funkversorgung meistens auch nicht so dolle. Eine Aktive Antenne musste her! Ich entschied mich für Dabendorfs Funkwerk UMTS-Antenne. Mein Bericht zur Antenne gibt’s bei Ciao. Neben der Antenne organisierte ich mir noch einen UMTS-Stick. Hier viel die Wahl auf den BILDmobil- aka Huawei E1762-Stick. Mit Antenne und Stick versorgt, musste nun noch ein Programm zur Netzanalyse und Einwahl ran. Aufgrund sehr positiver Referenzen fiel die Wahl auf das “kleine” Freeware-Programm MWconn. Selbstverständlich habe ich den Entwicklern für ihre hervorragende Arbeit eine Spende zukommen lassen, denn MWconn hat mir Vieles einfach gemacht. Dazu später mehr.
Auf geht’s zum “Breitband”-Funktest. Für den Test hatte ich anfangs “nur” die Prepaids CallYa- + Xtra-Card und meinen “ollen” Amilo M3438 am Start. Als Erstes montierte ich die Antenne intern. Dazu verband ich sie mit Cradle und Strom. In den Cradle platzierte ich den UMTS-Stick und anschließend stöpselte ich den Stick über USB-Verlängerungskabel an meinen Notebook, fertig. Nun installierte ich MWConn und fragte über “Config” -> ”Netzanalyse” die Empfangsqualität ab. Natürlich war da noch nicht viel zu sehen, denn ich musste die Aktive UMTS-Antenne noch ausrichten. Man kann dabei dank des 15m-Kabel problemlos durchs Zimmer latschen
. Quasi bis man den besten Empfang hat. Ich musste es nicht, denn ich hatte bereits auf meinem Schreibtisch einen Vodafone UMTS-Empfang von 20%. Von 6% (ohne Antenne) auf 20%, da kann man wohl zufrieden sein. Neben Vodafone UMTS hat die Antenne noch E-Plus UMTS gefunden. Telekom und o2 beglücken mich nur mit GPRS und waren für den “Breitband”-Funk nicht relevant. Dazu sollte man noch wissen, dass auf Prepaidbasis im UMTS-Netz Geschwindigkeiten mit bis zu 7,2 MBit/s, bei Laufzeitverträgen mit bis zu 14,4 MBit/s selten auch 28,8 MBit/s drin sind. Ich entschied mich zu Testzwecken für Prepaid.
Keine Frage, dass meine persönliche Nummer Eins im Mobilfunk Vodafone zuerst als Versuchskaninchen herhalten musste. Eine 24h Flat (WebSession), 1GB Volumen ist für 3,95 Euro zu haben. Schnell konnte ich feststellen, dass Vodafone meinen Funkmast nur mit HSUPA statt HSDPA ausgerüstet hat. So waren bis zu 2,4 MBit/s down und fast 600 Kbit/s up drin. Ausgehend von DSL 384 schon ganz ordentlich.
Als Nächstes schaute ich mich nach einer E-Plus Card um. Da E-Plus keine Originale mehr ausgibt, entschied ich mich für blau. Eine 24h Flat, 1GB Volumen schlägt mit 2,40 Euro zu Buche. Und ich staunte nicht schlecht, dass in der Spitze bis zu 3,6 MBit/s down drin waren. Den Upstream habe ich gar nicht mehr vorliegen. Reiche ich gern noch zu späterem Zeitpunkt nach. Garantiert wird von blau aber nur die UMTS-Standardgeschwindigkeit mit bis zu 384 Kbit/s. Was für mich irrelevant wäre, denn das kann mein Telekom DSL 384 auch. Da sind bis zu 448 Kbit/s down und 96 Kbit/s up drin.
Nach den für mich überraschenden Ergebnissen führte ich in MWconn eine weitere Netzanalyse aus. Und siehe da, auf einmal Telekom UMTS verfügbar. Leider war es meinem Huawei E1762-Stick bisher nicht möglich, sich ins Telekom UMTS-Netz einzubuchen. Sobald mir Ergebnisse vorliegen, werde ich sie hier ergänzen, versprochen. Fest steht aber der Preis für den Surfspass: Eine 24h Flat, 2GB Volumen kostet 4,95 Euro. Dabei wird ab 1GB Volumenverbrauch auf 384 Kbit/s, ab 2GB auf 56 Kbit/s seitens der Telekom gedrosselt. Wie ich zudem in Erfahrung bringen konnte, hat die Telekom bei mir ein LTE-Netz (4G) aufgebaut. Dieses steht mir als DSL 384 Kunde aber nicht zur Verfügung. Ich hätte ohnehin noch keine LTE-Hardware. Und selbst wenn ich welche hätte, würde sie mir nichts nützen, denn “normale” T-Mobile Xtra Cards können sich erst gar nicht ins neue LTE-Netz einbuchen. Ihren “Call & Surf Comfort via Funk”-Tarif würde ich sowieso nicht gern buchen, da sind ja “nur” 3GB Volumen monatlich ungedrosselt drin.
Und überhaupt ist das inkludierte Volumen DAS Hindernis für “Breitband”-Funk. Nahezu alle Anbieter gestehen Kunden nur 5GB Volumen monatlich zu, danach wird auf Modem-Speed (56 Kbit/s) gedrosselt. Willkommen in der Steinzeit! Nur Vodafone hat mit seinem “Surf-Sofort UMTS” ein 10GB-Paket zum Freundschaftspreis geschnürt. Mit 10GB lässt sich Alternativ zu DSL 384 wohl leben. Wer mehr braucht, kann bei Bedarf Volumen nachkaufen. Wer natürlich ständig das Web leersaugt, wird mit “Breitband”-Funk keine Alternative zum “Schnecken”- bzw. kein DSL haben. Daran ändert übrigens auch das neue 4G-Netz LTE nichts. Auch bei Vodafone ist bei 10/15/30GB Feierabend. Für das 30GB Package muss man fast 70 Euro abdrücken.