Telekom kündigte Call Plus.
Nachdem die Telekom mehrfach die Preise für den Telefonanschluss nach oben anpasste, kündigte sie den Call Plus (Standard) in unserer Praxis jetzt. Zum Dezember ist Schluss. IP-basiert sind die Telefonanschlüsse heute alle, das Merkmal „Standard“ steht für, dass ein Telefon direkt an die TAE-Dose angeschlossen werden kann. Auch wenn „Festnetz“ Telefonie überschaubar, Anschluss unter Ortstelefonnummer ist eigentlich wichtig. Da können die Patienten auf den Anrufbeantworter sprechen oder uns einfach so erreichen. Und ja, manchmal wird noch gefaxt, ist im Gesundheitswesen eben so. Bitte keinen blöden Spruch deswegen. Deutschlands digitale Infrastruktur ist wie sie ist. E-Mail ist wegen Datenschutz keine Alternative.

Die Telekom schreibt in der Kündigung, dass der Tarif eingestellt wird und sie fristgerecht kündigen. Sie dürften den Vertrag ohne Einverständnis nicht ändern. Versteht niemand, wenn Tarif doch eingestellt wird? Denn was die Telekom nicht schreibt: Sie bauen ihre aktive Technik zurück. Das hat zur Folge, dass das Telefon nicht mehr ohne Umwege an die TAE-Dose gestöpselt werden kann. Bisher erfolgte die Umwandlung der Telefonie in der Vermittlungsstelle über eine sog. POTS-Karte (Plain Old Telephony Service). Und das wurde bei All-IP Umstellung auch vollmundig versprochen: Für Single-Play Anschlüsse würde sich mit IP nichts ändern. Versprechen ja nicht lange gehalten. Wer künftig im „Festnetz“ telefonieren will, muss an die TAE-Dose zusätzlich einen Router stöpseln. Für den Strom zahlst du. An den Router wird wie bei Internettarifen dann das Telefon angeschlossen. Und genau auf so einen Internettarif „MagentaZuhause“ läuft es hinaus, nur Telefonanschluss Tarife bieten die Telekom nicht mehr an. Und auch sonst nichts. Es wird in dem Kündigungsschreiben nur an eine 0800-Nummer oder Telekom-Shop zur Tarifbuchung verwiesen. Die neue Mindestvertragslaufzeit von 24 Monaten ist meiner Meinung netter Nebeneffekt.
Ich werde die Telefonnummer zum Dezember zu easybell mitnehmen und an die Smartphone-Mailbox weiterleiten lassen. So können uns Patienten telefonisch unter bekannter Ortstelefonnummer weiterhin erreichen. Die sonstige Bürokratie wird ins Home Office ausgelagert. Anrufbeantworter und Fax werden in der Praxis vermisst werden. Aber um uns geht es nicht. Denn wenn ich in den Bewertungsportalen und deren Community lese, die Telekom bereinigt scheinbar ihr Tarifportfolio. Denen ist es egal, ob betagte Menschen noch telefonieren können und erreichbar sind. Das sind dann so Geschichten wie „die haben meinem 91-Jährigen Papa gekündigt. Seitdem ist er nicht mehr erreichbar.“ Muss nur der Router beim Papa aus welchen Gründen immer aussteigen und nichts geht mehr. Interessiert die Telekom nicht
. Herr Höttges spricht viel lieber von mehr Monetisierung wie golem berichtet. Deswegen wollen die angeblich künftig auch weniger Glasfaser verlegen.
